Im denkmalgeschützten Haus am Rathausplatz Nummer 11 in Kempten entstehen zehn Eigentumswohnungen – und ein Weinkeller für jeden Bewohner.

AUS DER ALLGÄUER ZEITUNG (30.03.2021 – Jochen Sentner)

FFP2-Masken haben ihr Gutes – umso mehr, wenn man sich auf Baustellen bewegt, wo der Staub aus Jahrhunderten durch die Luft wabert. Rathausplatz 11 ist eine solche Adresse. Das ehemalige Patrizierhaus wird zurzeit entkernt und umgebaut. Nach den Vorgaben des Denkmalschutzes entstehen zehn Eigentumswohnungen und im Erdgeschoss zwei Gewerbeeinheiten.

Die frühesten Nachweise des Gebäudes reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Forscher vermuten, dass an dieser Stelle ursprünglich ein Steinhausstand, das immer wieder erweitert und umgebaut wurde. Fachwerkstruktur lässt auf das Jahr 1551 schließen. Die zeitweilige Umnutzung des Hauses als Bäckerei ab 1827 mit Ladenlokal im Parterre ist ebenfalls verbrieft.

Rathausplatz 11 in Kempten: Die Deckenbalken aus dem 16. Jahrhundert sollen sichtbar ins moderne Ambiente integriert werden

„Aus dem 16. Jahrhundert sind Deckenbalken erhalten, die wir sichtbar in ein modernes Ambiente integrieren“, sagt Diethard Forster, Geschäftsführer des Bauunternehmens Qosy aus Isny. Das Unternehmen verweist auf einige Erfahrung im Umgang mit historischen Objekten.

So sieht es zurzeit im Inneren aus. Entscheidend ist bei der Sanierung, dass historisch wertvolle Substanz für die Nachwelt erhalten bleibt. Gleichzeitig sollen die künftigen Eigentümer nicht auf modernen Komfort verzichten.

Ein- bis Dreieinhalb-Zimmer-Wohnungen mit Flächen von 52 bis 126 Quadratmetern entstehen in dem Altstadt-Haus. Die Wohnungen bieten Ausblick auf den Rathausplatz oder sind zum Innenbereich hin ausgerichtet, dort mit Balkonen oder kleinem Garten. Einzelne Einheiten sind quasi durchs Gebäude gesteckt und bieten beide Blickrichtungen.

Jeder Bewohner des denkmalgeschützten Hauses bekommt eigenen abschließbaren Weinkeller

Bis zum geplanten Bezug im Sommer 2022 ist aber noch einiges zu tun. Böden und Decken sehen teilweise aus, als hätte es schon mal gebrannt im Haus. Einige Balken hängen bedrohlich durch. Im Innenhof verschwinden unter erheblichem Lärm alte Garagen.

Im Untergeschoss sind alte Gewölbe zu entdecken. „Dort bekommt jeder Bewohner einen eigenen abschließbaren Weinkeller“, erklärt Sebastian Igel bei einer Begehung. Er ist für den Vertrieb zuständig. Glanzlichter werden nach seinen Worten auch die Dachterrassen. Holzfenster, Eichenparkett sowie restaurierte Dielen sollen den Charme des Altbaus unterstreichen. Für zeitgemäßen Wohnkomfort sorgen Fußbodenheizung und ein Aufzug bis ins erste Dachgeschoss.

Preise für Wohnungen am Rathausplatz 11 in Kempten liegen zwischen 296.000 und 780.000 Euro

„Die meisten Wohnungen sind bereits verkauft“, sagt Igel. Die Kombination aus historischem Flair und modernem Wohnkomfort sei attraktiv für Kapitalanleger und Selbstnutzer. Sie genießen auch einen Steuervorteil, den der Fiskus für die Denkmal-Nutzung gewährt. Die Preise liegen zwischen 296 000 und 780 000 Euro. Zuletzt waren noch eine 126-Quadratmeter-Wohnung über drei Etagen mit Dachterrasse sowie eine 100-Quadratmeter-Wohnung im ersten Obergeschoss zu haben.

Blick auf die Holzkonstruktionen im Dachgeschoss im Gebäude Rathausplatz 11. Auf die Balken legt das Denkmalamt großen Wert. Sie werden in das moderne Wohnambiente integriert.

Wie es in engen Stadtkernen üblich ist, sind Parkplätze rar. Vier Stellplätze werden im Innenhof angelegt. Die Zufahrt erfolgt vom Rathausplatz durch das prägende Tor. Besonders breite SUV-Autos sind dafür weniger geeignet.

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Rathausplatz 11 Kempten - Außenansicht Süd
Rathausplatz 11 Kempten - Innenansicht Kochen und Essen
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Rathausplatz 11 Kempten - Wohnen